Online-Banking ist inzwischen eine gängige Methode, um Bankgeschäfte abzuwickeln. Die Mehrzahl an Bankkunden bevorzugt die praktische Möglichkeit, Überweisungen und andere Geldgeschäfte bequem von zu Hause aus zu erledigen, anstatt persönlich auf die Bankfiliale zu gehen.
Mit der Zunahme der Online-Banking-Aktivitäten stieg auch die Zahl der Betrugsfälle in diesem Bereich. Trotz der hohen Sicherheitsmaßnahmen, welche durch die Banken vorgenommen werden, sind keine Software und keine Technik zu hundert Prozent vor Manipulationen gefeit. Sobald die Sicherheitsvorkehrungen überarbeitet und verbessert werden, werden auch die Maschen der Kriminellen entsprechend angepasst. Hackingangriffe und weitere Betrugsfälle nehmen daher nach wie vor rasant zu.
Das Wichtigste in Kürze
Erklärung: Was versteht man unter einem Online-Banking-Hack?
Ein Online-Banking-Hack zählt zur Kategorie der sogenannten Cyberkrime Fälle. Bereits 2018 wurden durch das BKA (Bundeskriminalamt) 87.106 Fälle im Bereich Online Kriminalität verzeichnet, welche einen Schaden von mehr als 60 Millionen Euro verursachten. Seither ist die Zahl stark angestiegen. Vor allem die Zahl der Online-Banking-Angriffe hat zugenommen. So ist laut R+V Versicherung in einem Einzelfall ein Schaden in Höhe von 350.000 Euro entstanden.
Beliebte Arten im Bereich Online-Banking-Betrug
Ein Hauptziel der kriminellen Täter besteht darin, Zugangsdaten der Kunden in Erfahrung zu bringen oder bewährte Sicherheitssysteme zu umgehen. Vor allem folgende Varianten sind bei den Tätern sehr beliebt:
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Phishing
Bei Phishing Angriffen nutzen die Kriminellen gefälschte E-Mails oder Webseiten und versuchen die Opfer dazu zu bringen, sich auf den Fake Seiten einzuloggen.
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Pharming
Pharming ist eine Weiterentwicklung der Phishing-Variante, bei welcher trotz korrekter Adresseingabe im Browser eine Fake-Seite geöffnet wird. Der Nutzer schöpft keinerlei Verdacht, gibt seine Daten ein und die Täter greifen diese ab.
Pharming kann sowohl auf Desktop PCs, Tablets oder Smartphones eingesetzt werden.
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Social Engineering
Beim Social Engineering geben sich die Täter am Telefon als vermeintliche Bankmitarbeiter aus und versuchen, an sensible Daten oder gar die TAN Nummern zu gelangen. Im Vorfeld haben sie sich wichtige Informationen über den Kunden aus den sozialen Netzwerken besorgt, um vertrauenswürdig zu erscheinen.
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Spoofing
Spoofing fällt in die Kategorie der gefälschten Anrufe, wobei hier die anrufende Nummer abgeändert wird und mit der richtigen Rufnummer der Bank übereinstimmt.
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Spyware und Schadsoftware
Schadsoftware wird auf den Endgeräten installiert, wodurch Täter Daten mitloggen und abgreifen können.
Die Haftungsfrage: Wer haftet bei einem Betrug?
Generell haftet die Hausbank bei einem Betrugsfall. Sie muss für den Schaden von nicht autorisierten Überweisungen aufkommen (675u BGB). Es kann jedoch passieren, dass die Bank die Schuld von sich weist und dem Kunden grobe Fahrlässigkeit vorwirft. In diesem Fall müsste das Bankunternehmen den Schaden nicht begleichen.
Vorsicht vor grob fahrlässigem Handeln
Bei einem grob fahrlässigen Handeln verstößt der Kunde gegen offensichtliche Sicherheitsvorkehrungen und verletzt somit seine Sorgfaltspflicht in schwerem Maße. Das wäre der Fall, wenn der Kunde am Telefon seine PIN TAN Kombination Preis gibt oder etwa die Zugangsdaten frei zugänglich aufbewahrt.
Das Kreditinstitut ist jedoch verpflichtet, die grobe Fahrlässigkeit nachzuweisen. In solch einem Fall ist ein Rechtsanwalt der richtige Ansprechpartner.
Vorbeugende Maßnahmen: So schützen Sie sich vor Betrug
In erster Linie ist die Bank dafür verantwortlich, Ihre Software-Programme sicher zu gestalten und das Eindringen von Dritten zu unterbinden. Die Maschen der Cyber-Kriminellen werden jedoch immer ausgereifter und nicht immer ist es möglich, einen Angriff abzuwehren. Zusätzlich zu den Sicherheitsvorkehrungen der Banken haben Sie als Kunde jedoch selbst einige Möglichkeiten, sich gegen Hacking-Angriffe zu schützen:
Links und unbekannte Absender:
Klicken Sie in einer E-Mail oder SMS nicht auf einen Link, wenn Sie den Absender nicht kennen. Generell sollten Sie beim Anklicken von Links äußerst vorsichtig sein und diese nur öffnen, wenn Sie bewusst einen Vorgang angestoßen haben.
Echtheitszertifikat prüfen:
Überprüfen Sie die Webseite hinsichtlich des Echtheitszertifikats. Ist dieses nur als schlechte Grafik eingebunden oder fehlt komplett, können Sie ziemlich sicher sein, dass es sich um eine gefälschte Webseite handelt.
Zugangsdaten schützen:
Speichern Sie niemals Log-in oder Zugangsdaten auf dem Endgerät, mit welchem Sie sich in Ihren Online-Banking-Account einwählen und Transaktionen durchführen. Über spezielle Software lassen sich diese Daten relativ einfach abgreifen.
Update der Anti-Viren-Software:
Führen Sie regelmäßig ein Update der Anti-Viren-Software aus. Nur so können Sie sicher sein, dass das Programm auf dem neuesten Stand und Ihr Rechner somit bestmöglich geschützt sind.
Handeingabe der URL:
Achten Sie darauf, dass Sie die URL zur Bank-Webseite immer manuell per Hand eingeben. So verhindern Sie, dass Sie auf einen gefälschten Link klicken.
https in der Browserzeile:
Die Adresse der Webseite muss immer mit einem vorangestellten https beginnen und ein Schloss-Symbol aufweisen. Dadurch erkennen Sie, dass es sich um eine sichere SSL-Verbindung handelt. Beginnt eine Adresse nur mit einem http, sollten Sie vorsichtig sein.
Anrufe von angeblichen Bankmitarbeitern
Werden Sie von einem angeblichen Bankmitarbeiter angerufen, überprüfen Sie die Echtheit per Rückruf in Ihrer Filiale. Geben Sie auf keinen Fall irgendwelche Daten am Telefon weiter.
Ihr Online-Banking-Account wurde gehackt? Das sollten Sie umgehend in die Wege leiten
Sie wurden Opfer eines Online-Banking-Hacks? Dann sollten Sie nicht lange zögern und die folgenden Schritte in die Wege leiten:
1
Online-Banking sperren und Passwörter ändern
Sobald Sie den Verdacht haben, dass Sie einem Hack zum Opfer gefallen sind, sollten Sie schnellstmöglich Ihren Online-Banking-Zugang sperren. Die Sperrung nimmt die Zentrale Anlaufstelle zur Sperrung elektronischer Berechtigungen unter der Nummer 116 116 vor.
Ändern Sie außerdem umgehend Ihre Passwörter und Zugangsdaten.
2
Bank kontaktieren
Je schneller Sie Ihre Bank informieren, desto größer ist die Chance, dass die nicht autorisierte Überweisung noch rückgängig gemacht werden kann. Dafür steht jedoch nur ein sehr kurzes Zeitfenster zur Verfügung.
Außerdem ist die Meldung über den Schadensfall eine Voraussetzung, um das Geld später zurückfordern zu können.
3
Rechtsanwalt einschalten
Schalten Sie so früh wie möglich einen Rechtsanwalt ein. Er kann Ihnen in allen weiteren Schritten zur Seite stehen und weiß genau, was zu tun ist.
4
Transaktionen überprüfen
Prüfen Sie die Transaktionen der vergangenen Tage auf Unstimmigkeiten. Notieren Sie jede Überweisung, welche Sie nicht selbst vorgenommen haben oder welche Sie nicht zuordnen können.
5
E-Mails aufbewahren
Schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach, ob Sie Aufforderungen zur Änderung des Log-Ins oder Hinweise auf angebliche Sicherheitslücken erhalten haben. Auch in den Spam-Mails können sich wichtige Nachrichten befinden, die zur Aufklärung beitragen können.
6
Gedächtnisprotokoll erstellen
Erstellen Sie ein Gedächtnisprotokoll, in welchem Sie festhalten, wann was passiert ist. Nehmen Sie SMS Nachrichten, Chatverläufe und den Browserverlauf als Anhang zum Protokoll auf. In der Abwicklung des Hacking-Falls werden jegliche Informationen benötigt, die mit dem Betrug im Zusammenhang stehen.
7
Endgeräte untersuchen
Prüfen Sie Ihre Endgeräte auf Schadsoftware. Lassen Sie die Überprüfung durch einen Fachmann ausführen, da eine Schadsoftware teilweise nur sehr schwer bis gar nicht von Laien entdeckt werden kann.
8
Bank zur Erstattung auffordern
Fordern Sie beziehungsweise Ihr Rechtsanwalt die Bank auf, den Schaden unverzüglich zu begleichen.
Fazit: Nehmen Sie sich rechtlichen Beistand bei einem Online-Banking-Betrug
Ein Online-Banking-Betrug ist in der Regel sehr komplex. Daher sollten Sie frühzeitig einen Fachanwalt für Bankrecht beauftragen. Er kennt sich nicht nur juristisch bestens aus, sondern hat Kontakte zu IT-Experten, welche unterstützend helfen können.
Somit kann ein Anwalt die Schäden, die seinem Mandanten entstanden sind, nicht nur begrenzen, sondern in der Regel auch erfolgreich zurückholen. Er vertritt die Betroffenen gegenüber den Banken und kann auch bei einer Anzeigenerstattung bei der Polizei unterstützen. Je eher Sie die rechtliche Hilfe eines Anwalts in Anspruch nehmen, umso besser stehen Ihre Erfolgschancen.

So kann ich Ihnen helfen
Sie wurden Opfer eines Online-Banking-Betrugs? Nehmen Sie mit meiner Fachanwaltskanzlei Fölsner Kontakt auf und vereinbaren Sie eine kostenlose Erstberatung. Dabei können wir den Fall und das Vorgehen der Betrüger analysieren und Ihre Chancen besprechen, damit Sie als geschädigter Bankkunde das verlorene Geld von Ihrem Kreditinstitut zurückerstattet bekommen.
Wir klären außerdem die Frage, wer haftet und helfen Ihnen bei Bedarf nachzuweisen, dass Sie Ihre Sorgfaltspflichten nicht vernachlässigt und somit nicht grob fahrlässig gehandelt haben.
Verlieren Sie in einem Betrugsfall keine wertvolle Zeit. Kontaktieren Sie meine Kanzlei, damit wir Ihnen zu Ihrem Recht verhelfen können.

